Verhinderungspflege

Der Gesetzgeber hat die sog. Verhinderungspflege als Rechtsanspruch in das Pflegeversicherungsgesetz integriert. So soll gewährleistet werden, dass die pflegerische Versorgung auch dann sichergestellt ist, wenn pflegende Angehörige eine Auszeit (Urlaub, Kur) benötigen oder selbst wegen Krankheit nicht zur Verfügung stehen. Vielleicht brauchen Sie auch dringend Urlaub, um sich von der anstrengenden Pflege zu erholen. Dann wird Verhinderungspflege zur Urlaubsvertretung für pflegende Angehörige.

 

Wer hat Anspruch auf Verhinderungspflege?

Wer einen Angehörigen insgesamt mindestens sechs Monate in dessen häuslicher Umgebung pflegt, hat pro Jahr Anspruch auf maximal 42 Tage Verhinderungspflege. Eine Splittung der Verhinderungspflege auf mehrere Termine im Jahr oder auch Stundenweise ist möglich.

 

Wie hoch sind die Leistungen?

Die Pflegeversicherung stellt für die Verhinderungspflege pro Jahr wenn die Ersatzpflegekraft zum Haushalt gehört oder bis zum 2. Grad mit Ihnen verwandt ist einen Höchstbetrag von 1.612,00 Euro zur Verfügung.

 

Seit Januar 2015 kann die Hälfte der Kurzzeitpflege (entspricht 806,00 €) mit der Verhinderungspflege verrechnet werden sodass sich der Anspruch der Höchstbetrag auf 2.418,00 € erhöht.  neu ist, dass der Leistungsbetrag der Verhinderungspflege unter Anrechung auf den für die Kurzzeitpflege (§ 42 SGB XI) zustehenden Leistungsbetrag um bis zu 806 EUR (50 % der Kurzzeitpflege) auf insgesamt 2.418 EUR erhöht werden kann. Diese Möglichkeit besteht, soweit für diesen Betrag noch keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wurde.

 

Wer betreut meinen pflegebedürftigen Angehörigen während meiner Abwesenheit?

Bei Durchführung der Verhinderungspflege helfen wir Ihnen gern, Ihren pflegebedürftigen Angehörigen im Betreuten Wohnen, wo wir ein separates Zimmer direkt für unsere Urlaubsgäste anbieten, zu pflegen.

 

Zusätzliche Finanzhilfe bei Pflegebedürftigkeit und Demenz

Bei Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z.B. Demenz) können bis zu einem Jahr rückwirkend nicht in Anspruch genommene zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI geltend gemacht werden (100 oder 200 Euro pro Monat).